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Römische Logik: Wer gehört zur "wahren Kirche"?
Ich werde es vermutlich nie verstehen: Die römisch-katholische Kirche definierte sich im Juli 2007 zum xten Mal als einzig wahre Kirche. Das sagt sie, um Fragen zur Lehre der Kirche zu beantworten - das suggeriert zumindest der  Titel des entsprechenden Papers, das der Bischof von Rom kürzlich durchgewunken hat. Zitat:

"Warum schreiben die Texte des Konzils und des nachfolgenden Lehramts den Gemeinschaften, die aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgegangen sind, den Titel "Kirche" nicht zu?

Weil diese Gemeinschaften nach katholischer Lehre die apostolische Sukzession im Weihesakrament nicht besitzen und ihnen deshalb ein wesentliches konstitutives Element des Kircheseins fehlt. Die genannten kirchlichen Gemeinschaften, die vor allem wegen des Fehlens des sakramentalen Priestertums die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben, können nach katholischer Lehre nicht "Kirchen" im eigentlichen Sinn genannt werden."

Dem kann ich eigentlich nur zustimmen. Da es historisch gesehen keine apostolische Sukzession gibt, kann auch keine Kirche sie besitzen - man müßte sie erst erfinden, so wie die römisch-katholische Kirche es getan hat.

Die römisch-katholische Ekklesiologie (Lehre von der Kirche) basiert auf dem Gedanken, daß der Jesusjünger Petrus der erste Bischof Roms gewesen sei. Daran ist historisch allerdings problematisch, daß die Gemeinde in Rom damals von einem Presbyterkollegium geleitet wurde, dessen Mitglieder sich zwar Bischöfe nannten - ein besonderer Leitungsanspruch eines Einzelnen (Monepiskopat) war damit nicht verbunden. Einen Bischof im heutigen Sinne gab es in Rom erst ab 150 - Petrus war zu diesem Zeitpunkt schon lange tot.

Immerhin versuchte der Bischof von Rom, eine Vormachtstellung über die anderen Bischöfe zu erlangen - es entstand die Idee von Rom als der christlichen Hauptstadt der Welt. Allerdings wurde dieser Anspruch erst bei Leo I., der 440-461 Bischof von Rom war, annähernd realisiert (wenn auch nur innerhalb der Westkirche). Die Ostkirche, deren Zentrum Konstantinopel war, ließ sich davon nicht beeindrucken. In Rom versuchte man hingegen, den Primatsanspruch des römischen Bischofs juristisch und theologisch zu untermauern:

Basierend auf dem römischen Erbrecht beanspruchte Leo, Rechtsnachfolger Petri zu sein und als Erbe an dessen Stelle zu stehen. Er sah sich rechtlich mit ihm identisch (Petrus ipse) und beanspruchte dessen Vollmachten. Die Petrusnachfolge ist also ein rein theoretisches Konstrukt, basierend auf dem römischen Erbrecht. Historisch, theologisch oder gar biblisch qualifiziert ist sie nicht.

Kann mal eben jemand den Römern auf die Schulter tippen und sie von ihrer Hybris befreien? Wie entspannt könnten wir dann auch endlich wieder um einen Tisch versammelt das Mahl des Herrn feiern. DAS ist viel eher der Wille Jesu, als solche verquasten, sich im Kreis drehenden Theoriegebilde.

Gut, daß es neben dem ebenso höflichen wie vergeblichen  protestantischen Widerspruch auch schon die
 Theorie zur Theorie von der Deutschen Bischofskonferenz gibt, die sich schadensbegrenzend bemüht zu erklären, wie Rom denn nun eigentlich zu verstehen sei: Als Anerkennung des ekklesialen Charakters der anderen christlichen Glaubensgemeinschaften. Mir allerdings entzieht sich auch diese Art von Logik.

Wie pflegt doch Obelix gelegentlich zu sagen ...

 

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