Startseite Gästebuch Kontakt Podcast Suche Impressum
Über unsTeichoskopBauerngartenTheologieKinderkirchePC und WebFotosLoginSitemapSucheStartseite
 
 
Über den Autor
Wenn man ehrlich ist, lassen sich Theologie und Biographie nie voneinander trennen. Persönliche Erfahrungen prägen das Denken und Glauben eines Menschen stärker als Bibliotheken, Vorlesungen und Seminare.
 
Aber auch das Theologiestudium ist vom ersten Tag an eine "persönliche Angelegenheit". Es spielt eine große Rolle, mit welcher Motivation und mit welchen Fragen man beginnt, sich mit Theologie zu beschäftigen. Durch die Auseinandersetzung mit den Studieninhalten beginnt ein kritisches Nachdenken über den eigenen Glauben. Ein bloßes Auswendig-Lernen des Stoffes ist nicht sinnvoll und kaum möglich - die eigene Persönlichkeit und der eigene Glaube müssen in den Lernprozeß mit einbezogen werden.
 
Eigenes zu überdenken, Neues zu integrieren, über Fremdes nachzudenken - das ist die Herausforderung, vor die Theologiestudenten gestellt werden. Ziel eines gelungenen Studiums ist - neben dem Erwerb von methodischem und materialem Wissen - die Fähigkeit zur eigenen Urteilsbildung, deren Ergebnis argumentativ verantwortet und mit fremden Positionen in den Dialog treten kann.
 
"Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist ..."
 
1. Petrus 3,15
 
Meine persönliche Motivation, evangelische Theologie zu studieren, war der Wunsch, Pfarrer zu werden. Ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, das in religiösen Fragen ziemlich neutral war. Während des Konfirmandenunterrichts machte ich als Jugendlicher die Entdeckung, daß Gott ein lebendiger, erfahrbarer Gott ist, zu dem man eine persönliche Beziehung haben kann - Glaube ist nichts ewiggestriges, nichts, das nur für alte Leute da ist und das nur am Sonntagmorgen stattfinden kann.
 
Ich hätte als 13-14jähriger niemals gedacht, daß der Glaube einmal zu einem so wesentlichen Teil meines Lebens werden könnte, wie er es heute ist. In meiner damaligen Gemeinde, die vom Stil der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) geprägt war, gab es für Jugendliche viele Möglichkeiten, Glauben durch zeit- und jugendgemäße Formen auszudrücken: Moderne Lieder, Gottesdienste in freier Form, selbst gestaltete Jugendgottesdienste mit Band und eine Jugendgruppe, in der der Glaube im Mittelpunkt stand. Den Menschen in dieser Gemeinde, die sich damals uns Jugendlichen mit viel Geduld, Zeitaufwand und dem Mut, über den eigenen Glauben zu sprechen gewidmet haben, verdanke ich sehr, sehr viel. Mein Leben hat in dieser Zeit eine völlig neue Dimension dazugewonnen, die bis heute das Fundament meines Lebens ist: Eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstanden.
 
Direkt nach dem Abitur begann ich mit dem Theologiestudum. An der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau bei Nürnberg habe ich innerhalb eines Jahres Althebräisch und Altgriechisch gelernt, die Sprachen, in der Bibel geschrieben wurde. Die restliche Zeit des Studiums verbrachte ich an der theologischen Fakultät der LMU München.
 
Die ersten vier Semester waren für mich sehr mühsam. Die Fragestellungen, mit denen sich (vor allem in München) die Vorlesungen und Seminare beschäftigten, waren weit von meiner bisherigen Glaubenswirklichkeit entfernt. Vieles in der universitären Theologie kam mir überflüssig, unrelevant und irgenwie "steril" vor. Außerdem fehlte mir die "Nestwärme" meiner Heimatgemeinde, die ich nur noch sporadisch besuchen konnte. Ein langer Weg begann.
 
Nach dem vierten Semester schob ich das vorgeschriebene Praxisjahr ein. Für ein Jahr tauschte ich die theoretisch-wissenschaftliche Atmosphäre der Hörsaale gegen die sehr konkrete Wirklichkeit einer Sozialberatungsstelle der Caritas, die sich den Alltagsproblemen von Spätaussiedlern widmete. Dieses Jahr hat mir sehr gut getan. Der Abstand von der Uni gab mir Gelegenheit, meine Motivation und meinen bisherigen Studienverlauf zu überdenken. Am Ende des Praxisjahres hatte ich wieder Lust, weiterzustudieren und mich der Theologie zu widmen.
 
Eine Zeit lang hatte ich wieder mit meinen anfänglichen Vorbehalten gegen den wissenschaftlichen Zugang der Theologie zu kämpfen. Bildlich gesprochen kam es mir manchmal so vor, als sei Jesus auf dem Seziertisch eines Pathologen gelandet. Mit der Zeit lernte ich aber das wissenschaftliche Arbeiten zu schätzen. Was ich anfangs als Lieblosigkeit gegenüber Gott empfand, konnte ich bald als ernsthaftes Bemühen um Vorurteilsfreiheit und Objektivität anerkennen. Die anfangs fremden Fragestellungen wurden auch zu meinen Fragen. Das war der Punkt, ab dem mir das Studium wirklich Spaß gemacht hat. Die unbewußte, unterschwellige Angst, daß mir Gott selbst dabei abhanden kommen könne, hat Gott selbst zerstreut. Er ist mir immer wieder in Situationen begegnet, wo ich ihn nicht vermutet hätte - und sich somit viele weitere Male als treuer und liebender, Kraft schenkender Begleiter erwiesen.
 
Das hat mich immer wieder ermutigt, mich den theologischen Fragen und Problemen zu widmen, die das Studium mit sich brachte. Dabei habe ich viel gelernt - und dabei die Weite und Freiheit des Denkens schätzen gelernt. Eine besondere Vorliebe habe ich dabei auch für die Philosophie entwickelt.
 
Es ist gut, daß sich die Kirche eine kritische, unabhängige und wissenschaftliche Theologie leistet. Die Fragen, nach deren Antworten die Theologie sucht, sind spätestens seit der Aufklärung nicht mehr von der Hand zu weisen und müssen bearbeitet werden. Würde dies nicht geschehen, würde sich die Kirche dem allgemeinen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs entziehen - ein fataler Bedeutungs- und Kommunikationsverlust des Glaubens wäre die Folge. Der häufig gegenüber der Theologie geäußerte Vorwurf, sie zersetze den Glauben, trifft deshalb nicht zu. Ihr Ziel ist es vielmehr, auf die Fragen einer modernen, pluralen Gesellschaft argumentativ begründete Antworten zu finden. Sie bewahrt so den Glauben davor, zum bloßen Postulat zu degenerieren. Die Theologie ist aber nicht der Glaube selbst - eine lebendige Gottesbeziehung kann und will sie nicht ersetzen.
 

 Einführendes

 Was ist Theologie
 Über den Autor

 Kontroverses

 Wider den Ablaß
 Römische Logik

 Bibel

 NT-Chronologie
 Was ist I.N.R.I ?

 George MacDonald

 Einführung
 Quellen u. Texte
 Bücher und Links
 Diary-Feed

 Nützliches

 RSS-Losung
 Bibel teilen
 Gesenius-Register
 Introiten-Kalender
 Bibliothek

 Weiterführendes

 Links
 
Hradetzkys.de Weblog als RSS-Feed abrufen
Herrnhuter Losung als RSS-Feed abrufen
Diary of an Old Soul (RSS)
Ich benutze Linux - hier steht, warum
GeoUrl - meine geographische Nachbarn im Web
GnuPG-Key für sichere Emails
  
Was soll der Fisch?
Druckversion
nach oben
Powered by Linux. PHP generierte diese Seite in 0.01307 Sekunden.
Text, Grafik und Programmierung © by Stefan Hradetzky
© 2000 - 2009 by Stefan Hradetzky. Alle Rechte vorbehalten. Beachten Sie die Hinweise des Impressums.