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Der RPC Bug: Wann ist endlich Abhilfe in Sicht?
Der RPC-Bug unter Windows hat eine lange Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht. 17.11.2005 wurde gemeldet, daß neue Exploits aufgetaucht sind, die Sicherheitslücken im RPC-Dienst ausnutzen können - isher ist die Rede von einer möglichen DOS-Attacke. Betroffen sind aktuell Windows XP bis Service Pack 1 sowie Windows 2000 bis Service Pack 4. Rechner mit Windows XP und Service Pack 2 sollen demnach sicher sein. Für Windows 2000 gibt es derzeit keinen Patch von Mircosoft. Man sehen, wie lange es diesmal dauert.Und hier die RPC-Story für alle begeisterten Windows-Kunden: Im Sommer 2003 nutzte der Wurm W32.Blaster (auch Lovsan.A oder WORM_MSBLAST.A genannt) eine damals bereits bekannte Sicherheitslücke im Windows-RPC-Dienst. Betroffen waren/sind u.a. Windows NT 4.0, Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003. Windows 95, 98 und ME sind nicht betroffen. Der Blaster-Wurm diente wohl hauptsächlich dazu, an bestimmten Tagen DDoS-Attacken gegen die Website www.windowsupdate.com auszuführen und auf die ausgenutzte Sicherheitslücke hinzuweisen. Ironischerweise enthält der Programmcode des Wurms u.a. die Zeilen
Acht Monate (!) nach Bekanntwerden des Sicherheitsproblems veröffentlichte Microsoft am 13.04.2004 zum dritten Mal einen Sicherheitspatch, um das Problem nun endlich in Griff zu bekommen. Die beiden ersten Patches hatten das Problem nur teilweise beheben können. Anwender von Windows XP sollten unbedingt Service Pack 2 von Microsoft installieren, das am 09.08.2004 erschienen ist und den RPC-Bug nun offenbar endlich endgültig behebt.Hintergrund: Wer den RPC-Dienst kontrolliert, kontrolliert den Rechner Gemessen an dem Potential, das der RPC-Bug einem Angreifer bietet, war der Blaster-Wurm relativ harmlos. Wer die entsprechenden Schwachstellen eines ungepatchten RPC-Dienstes auszunutzen weiß, könnte auf dem Zielrechner z.B. beliebige Software installieren (also auch beliebige Spionageprogramme, Dialer, Viren und Würmer), Paketfilter deaktivieren (wie z.B. ZoneAlarm), neue Benutzerkonten anlegen, beliebige Dateien lesen, verändern und löschen - oder sogar die ganze Festplatte formatieren! Das Problem ist also eigentlich nicht der Blaster-Wurm selbst, sondern die Sicherheitslücken im RPC-Dienst, die jederzeit auch von anderen Würmern befallen werden können - dann sicher mit weniger harmlosen Auswirkungen.Eine Online-Verbindung reicht, um den Rechner via RPC zu infizieren Doch zurück zum Thema. Wie kommt der Wurm auf den Rechner? Blaster braucht weder Browser noch Mailprogramm - es reicht, wenn eine Onlineverbindung besteht und der Computer ungeschützt ist. Der Wurm scannt wahllos das Internet nach verwundbaren Rechnern. Dann nutzt er - zunächst unbemerkt - eine Schwachstelle in der DCOM-Schnittstelle des RPC-Dienstes von Windows. Der RPC-Dienst dient normalerweise zum Datenaustausch (Remote-Zugriff) innerhalb von lokalen Netzwerken. Wenn eine bestimmte ungültige Anfrage an den RPC-Dienst gesendet wird, kann ein Fehler in der Programmierung des Dienstes dazu führen, daß beliebiger Code auf dem angegriffenen Rechner ausgeführt werden kann (RPC DCOM Buffer Overflow).Infos und Gegenmaßnahmen Nachdem Microsoft-Kunden nun ein Jahr warten mußten, bis das Problem vollständig behoben wurde, kam nun der dritte RPC-Patch von Microsoft heraus. Anwender betroffener Systeme sollten ihn so schnell wie möglich installieren. Ob das Problem damit endgültig gelöst ist, ist noch nicht bekannt.Verwandte Themen auf Hradetzkys.de Warum es sich lohnt, auf Linux (ein kostenloses und sicheres Betriebssystem) umzusteigen, schildert mein Artikel Warum Linux?. |
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