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Kettenmails
Kettenmails sind die digitale Analogie zu Kettenbriefen. Sie verbreiten sich allerdings schneller, weil mit dem Weiterleiten kaum Kosten und Aufwand verbunden sind - so scheint es zumindest. Die meisten Kettenbriefe sind - so tragisch die geschilderten Schicksale zunächst wirken mögen - schlechte Scherze oder sogar gezielte Angriffe gegen ausgesuchte Personen. Sie enthalten Aufrufe zu Knochenmark- und Organspenden, warnen vor angeblichen Viren oder gaukeln wohltätige Spendenaktionen vor. Man nennt sie deswegen auch Hoax-Mails.Achtung: Ketten-Mails bewirken deutlich mehr Schaden als Nutzen Kettenmails sind keineswegs harmlos. Nehmen wir an, ein Firmenangehöriger bekommt an seinem Arbeitsplatz eine weitergeleitete Email von einem Freund geschickt. Sie enthält eine Viruswarnung und empfiehlt, den Computer nach bestimmten Dateien abzusuchen und diese ggf. zu löschen. Der Firmenangehörige durchsucht seinen Rechner - und findet tatsächlich diese Dateien. Erschrocken folgt er der Aufforderung, die Mail weiterzuleiten - vielleicht hat er bereits unwissentlich andere Computer infiziert? Er schickt die Nachricht an 100 Arbeitskollegen. Alle lesen sie, das bedeutet 200 Minuten vergeudete Arbeitszeit. 50 Kollegen unternehmen nichts, die anderen 50 starten die angebliche Virensuche - weitere 100 Minuten Arbeitszeit. Nachdem die Dateien gefunden sind, beginnen 25 Kollegen mit der Löschaktion, die anderen wenden sich an den Support, der nun 25 Anfragen bearbeiten muß - weitere 60 Minuten gehen dabei drauf. Der Support kann zumindest in diesen 25 Fällen das Schlimmste verhindern - die anderen 25 Rechner, auf denen Dateien gelöscht wurden, lassen sich nicht mehr starten. Weitere 200 Minuten Arbeitszeit des Supports sind zusätzlich nötig, um den Schaden zu beheben. Bis dahin können 25 Angestellte nicht arbeiten und keine weiteren Support-Anfragen bearbeitet werden. Eine einzige Kettenmail war der Auslöser, daß der Firma 10 Stunden Arbeitszeit verlorengingen - dabei hat nur die Hälfte der Belegschaft auf die Mail reagiert. Eine Kettenmail dieser Art gab es übrigens wirklich. Wie groß der verursachte Gesamtschaden war, ist nicht bekannt.Jeder ist verantwortlich für das, was er weiterleitet Die bequeme Philosophie "Weiterleiten kann ja nicht schaden" ist eine Illusion. Neben finaziellem Schaden (s. obiges Beispiel) können Kettenmails rufschädigend sein, tatsächlich existierende Adressen und Telefonnummern diskreditieren und betroffene Menschen zur Verzweiflung treiben (stellen Sie sich vor, Ihre Telefonnummer würde im Zusammenhang einer Knochenmarkspende mißbraucht!). Kettenmails sind kein Medium für seriöse Anliegen, und wer sie weiterleitet, ohne vorher gründlich recherchiert zu haben, wird selbst zum Verteiler von Falschinformationen, die großen Schaden anrichten können. |
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