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Zaunbau
In der Frühzeit mußte ein Garten immer der Wildnis abgerungen werden. Der Zaun diente hauptsächlich zur Abwehr von Eindringlingen und Wildtieren, später auch, um das Federvieh und die Schweine des Hofes fernzuhalten. Auch wenn dies heute nur noch zum Teil zutrifft, zählt der Zaun noch heute zu den wichtigsten Gestaltungsmerkmalen des Bauerngartens. Es gibt verschiedene Zaunformen, je nach Lage des Gartens, finanziellen Mitteln des Eigentümers und vorhandenen Baumaterialien. Eines haben sie gemeinsam: Sie bestehen aus Naturmaterialien und haben - anders als die modernen, kunststoffbeschichteten Drahtgeflechtzäune - einen dekorativen Eigenwert. Der sog. "Jägerzaun" ist übrigens ebenfalls eine neuere Mode und hat mit ursprünglicher Gartenkultur nichts zu tun.
Staketenzaun
Dieser Staketenzaun (Bild oben und rechts) im Bauernhofmuseum Amerang besteht aus senkrechten Fichtenzweigen, die mit Hilfe einer biegsamen Waldrebe an einem Gerüst aus Stämmen befestigt wurden. Da Nägel und Metallteile allgemein früher teuer waren, versuchte man, möglichst ohne sie auszukommen. Die Holzbalken des Rahmens sind deshalb am Eck mit einem senkrechten Holzzapfen verbunden.Waldreben halten den Zaun zusammen
Im Alpenraum gibt es eine Technik, die die schwer zu findende Waldrebe ersetzt: Das "Bähen" von Fichtenzweigen. Dabei werden junge, frische Fichtenzweige übers Feuer gehalten und in heißem Zustand in den Zaun geflochten. Wenn sie abkühlen und austrocknen, verhärtet sich das Harz - eine stabile Verbindung entsteht.
WeidenflechtzaunEine weitere Zaunform ist der Flechtzaun (im Bild links). Im Abstand von ca. 80cm werden senkrecht Holzpfosten in den Boden gerammt und mit Flechtwerk (hier aus Weidenruten) verbunden.
Flechtzäune waren bereits bereits im Mittelalter weit verbreitet. Da er ziemlich viel Baumaterial benötigt, einiges an handwerklichem Geschick erfordert und auch ab und an ausgebessert werden muß, sieht man Flechtzäune heute nur noch selten.
Dabei ist ein Weidenflechtzaun ein sehr dichter Zaun, der sehr gut vor Wind schützt und auch kleine Tiere vom Garten abhält. Um die tragenden Pfosten haltbarer zu machen, kohlt man das Holz über dem Feuer etwa einen Zentimeter tief an (rechts im Bild) - es kann dann nicht mehr so leicht faulen.
 
Im Bild unten sieht man, wie man aus Rundhölzern ein Gartentor bauen kann.
Angekohlter Zaunpfahl
GartentorAls Türangeln wurden oft hohle Steine verwendet (für die Bodenangel); oben können Zaun und Tor mit einem geflochtenen Ring aus dünnen Fichtenzweigen beweglich verbunden werden.
Theoretisch kann man aber auf eine Türangel auch ganz verzichten - das Tor im Bild oben wird nur an den Zaun gelehnt und zum Öffnen weggenommen. Ist das Tor drehbar gelagert, ist bei der Diagonalverstrebung zu beachten, wo die Angeln sitzen: Das bewegliche Ende des Tores muß gestützt werden, also muß die Diagonalstrebe auf der Angel-Seite unten befestigt werden. Beispiel: Ein Tor mit Rahmen in Z-Form (Strebe von links unten noch rechts oben) hat die Angel auf der linken Seite.
 
Zugegeben: Die oben gezeigten Zaunformen sind schön, müssen aber ständig erneuert werden. Mit Aufkommen moderner Sägetechniken verbreiteten sich die maschinengefertigten Holzzäune - man sieht sie heute noch oft und sie können ebenfalls sehr dekorativ sein.
Holz-Staketenzaun
Mit dem Zaun verband sich schon immer eine starke Symbolik. So verzierte man früher häufig jede siebte Zaunlatte auf besondere Art und Weise, um dadurch auf den Sonntag als hervorgehobenen Wochentag hinzuweisen. Noch heute kann man diesen Brauch vereinzelt beobachten. So habe ich z.B. im Sommer 2004 bei einem Zaun am Schützenheim Jachenau ein Zierloch in jeder siebten Zaunlatte entdeckt (sichtbar vom Biergarten aus). Unten im Bild ist ein Zaun mit "Sonntagslatten" zu sehen, gefunden 2009 an der Leitzach bei Elbach, Landkreis Miesbach.
Zaun mit "Sonntagslatten"
 
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