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Schneckenplage?
Schnecken sind selbst für die Geduld eines Bauerngarten-Gärtners eine große Belastungsprobe. Kaum gedeihen an Pfingsten endlich die ersten selbstgezogenen Pflänzchen, fallen sie auch schon der gefräßigen Armee zum Opfer. Bei mir waren es einmal ca. 60 Tagetespflanzen innerhalb weniger Tage - das letzte Mal übrigens, daß ich Tagetes gepflanzt habe.
 
Eine Schnecke kann im Laufe eines Jahres bis zu 600 Nachkommen haben - da stellt sich die dringende Frage: Was hilft gegen Schnecken? Tut's ein althergebrachtes Hausmittel oder muß Chemie her? Wie kann ich meinen Bauerngarten biologisch sanft aber nachaltig vor Schnecken schützen? Wie so oft gibt es auch hier kein Patentrezept - daher ist sicher die Kombination verschiedener, biologisch verträglicher Methoden ratsam. Hier nun das Arsenal.
Schneckenkorn - eine Lösung?
Schneckenkorn ist ein Fraßgift, das in seiner herkömmlichen Form meist Metaldehyd oder Methiocarb enthält. Es ist auch für Kinder, Hunde, Katzen, und sonstige Lebewesen giftig und sollte auch deshalb nicht verwendet werden, da es auch für die natürlichen Feinde der Schnecken (z.B. Igel) tödlich ist.
Eine harmlosere Variante ist "Ferramol", ein umweltverträgliches Schneckenkorn auf Basis von wasserunlöslichem Eisen-III-Phosphat, das eine vergleichbar gute Wirkung hat und kaum giftig, allerdings etwas teurer ist. Nachteil aller Formen von Schneckenkorn: Es werden auch die nützlichen Gehäuseschnecken getötet.
Schneckenzaun
Viele Baumärkte und Gartenmärkte bieten Schneckenzäune aus Kunststoff oder Blech an. Das besonders geformte Profil mit einer scharfen, nach außen überstehenden Kante soll zuwandernde Schnecken abhalten. Vorteil: Diese Maßnahme kommt ohne Chemie aus und wirkt gegen große Schneckenarten relativ zuverlässig. Nachteile: Schneckenzäune sind teuer und sehen z.T. häßlich aus. Die kleinen Ackerschnecken und Gartenwegschnecken lassen sich meist nicht durch das Hindernis beeindrucken.
Klassiker: Bierfalle
Bierfallen sind Gefäße, in die Bier gefüllt wird, um Schnecken anzulocken. Die Schnecken kriechen in die Falle und ertrinken. Vorteil: Keine Chemie, zieht zuverlässig Schnecken an. Nachteil: Läßt sich nur auf kleinen Flächen realisieren und macht viel Arbeit, da das Bier täglich erneuert werden sollte. Da das Bier weitere Schnecken von außen anlockt, macht diese Methode nur in Kombination mit einem Schneckenzaun Sinn - angeblich riechen Schnecken Düfte aus mehreren hundert Meter Entfernung. Ob sie diese Distanz dann wirklich zurücklegen, ist allerdings fraglich.
Clever: Spezialkalkstickstoff
Spezialkalkstickstoff, der normalerweise zur Düngung verwendet wird, hat eine schneckenabwehrende Wirkung. 30 Gramm je Quadratmeter sollen ausreichen, um Schnecken fernzuhalten und sogar die im Boden abgelagerten Schneckeneier zu vernichten. Ob und in welcher Dosierung die Verwendung von Spezialkalksticktoff auch bei Ihrem Boden sinnvoll ist, sollten Sie im Gespräch mit einem Fachmann (Gärtner) vor der Anwendung klären.
Einzelbetreuung: Schnecken absammeln
Abends und am frühen Morgen können Schnecken aufgesammelt werden. An Regentagen findet man sie ganztags und an trockenen Tagen an feuchten Stellen unter Brettern und großen Blättern. Das Problem beginnt nach dem Sammeln: Wohin mit der glitschigen Beute? Warmherzige Gärtner bringen ihre Schnecken lebendig woanders hin, wobei sich Nachbars Garten natürlich verbietet, allein schon deswegen, weil die Tierchen vielleicht sogar zurückwandern könnten?
Härter gesottene Gartenfreunde greifen zur Gartenschere, um die gefangenen Schnecken zu zerschneiden oder überbrühen sie mit kochendem Wasser - beides nicht gerade ein schöner Anblick! Auf das Töten durch Salz sollte man verzichten, auch eine Schnecke ist ein Tier und hat einen so langsamen und qualvollen Tod nicht verdient.
Übrigens sollten Schneckenleichen nicht auf dem Kompost oder sonstwo im Garten deponiert werden - Schnecken sind Kannibalen und werden durch die sterbenden Artgenossen angezogen. Vergraben hilft und verhindert den Zuzug weiterer unliebsamer Gäste.
Weinberg- und Gehäuseschnecken sollte man verschonen - sie stellen für die Pracht des Gartens keine so bedrohliche Gefahr dar, im Gegenteil: Sie fördern den Stoffwechsel und die Bodenbildung, fressen verwesende Pflanzenteile und Tiere und vernichten sogar (so z.B. die geschützte Weinbergschnecke) Eigelege von Nacktschnecken.
Der Schnecke Feind ist des Menschen Freund
Igel, Spitzmaus, Kröte, Salamander, Blindschleiche und einige Vogelarten (Drosseln, Amseln, Stare, Elstern, Spechtmeisen, Würger, Möwen) sind die natürliche Schneckenpolizei. Sie brauchen ein Präsidium (Holz-, Stein- und Laubhaufen, feuchte Höhlen, Nistmöglichkeiten). Enten (wie z.B. indische Laufenten) fressen zwar auch Schnecken, schätzen das saftige Grün allerdings selbst als Nahrungsquelle - deshalb sollte man sie besser nur um den Gemüsegarten herum als Schneckenjäger einsetzen und ihren Aktionsradius mit einem Zaun begrenzen. Außerdem brauchen sie eine artgerechte Pflege und Ernährung.
Ungeliebtes auf der Speisekarte
Schnecken sind wählerische Gourmets. Während sie an einem milden, grünenem Salatblatt oder einer knackigen Tagetes nie vorbeikriechen können, ohne wenigstens einen Happen gekostet zu haben, gibt es auch Ungeliebtes auf der Speisekarte: Dill, Kapuzinerkresse, Akelei, Bartnelke, Thymian, Salbei, Ysop, Pfefferminze und andere stark aromatische Pflanzen stoßen bei Schnecken auf wenig Gegenliebe. Durch gezielte Mischkultur und Pflanzungen an den Beeträndern kann den Schnecken der Appetit zwar nicht verdorben, aber immerhin geschmälert werden. Die für einen Bauerngarten typische Mischkultur leistet auch gegen Schnecken gute Dienste.
Sperrstreifen
Mit 30 Zentimeter breiten Streifen aus Branntkalk, Magnesium, Sägespänen (5 Zentimeter hoch) oder Asche sollen sich Schnecken abhalten lassen, da sie trockene Flächen scheuen. Kalk verätzt die empfindliche "Sohle" der Schnecken. Nachteil: Regnet es, sind die Sperren zu erneuern.
Bodenpflege
Um die Gelege der Schnecken zu zerstören, sollte man im Herbst den Boden noch einmal (so spät wie möglich, nach den ersten Bodenfrösten) lockern. Grundsätzlich sollte die Krümelstruktur des Bodens möglichst fein sein.
Falls man Beete mit Mulch bedecken will, sollte man möglichst sicherstellen, daß man dabei keine Schneckengelege abdeckt und durch die feuchtigkeitsspeichernde Wirkung des Mulches fördert.
Bei intensivem Schneckenbefall sollte man die Beete frühmorgens und nicht abends bewässern. Dabei muß man allerdings beachten, daß die Sonne die nassen Pflanzen nicht vebrennt (siehe dazu auch die Seite zum Thema Gartenbewässerung).
Links zum Thema Schneckenplage
 Maßnahmen gegen die Schneckenplage
Übersichtliche Informationsseite des österreichischen Umweltbundesamtes mit vielen praktischen Hinweisen.
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 Mit Bohnenkaffee gegen Schneckenfraß
Tipps zur Schneckenbekämpfung im Garten vom NABU.
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