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Was macht einen Bauerngarten aus? Selbst in der Gartenliteratur ist nicht ganz unumstritten, was einen Bauerngarten ausmacht. Da gibt es Verfechter von Reinformen und etwas liberalere Pragmatiker. Die Geschichte des Bauerngartens macht deutlich, daß sein Erscheinungsbild einem ständigen Wandel unterlag und natürlich auch regional unterschiedlich war. Warum sollte sich dies nun ändern? Der Bauerngarten gehört schließlich nicht (oder nicht ausschließlich) ins Museum, sondern vor allem in die Gärten der heutigen Zeit - da wird man so manchen Kompromiß schließen müssen. Merkmale, die sich durch viele Phasen seiner Geschichte ziehen, sind der Zaun, das Wegkreuz, das den Garten in vier Quadrate teilt und die Einfassung mit einer niedrigen Buchsbaumhecke. Sie gliedert die Flächen des Gartens und gibt ihnen optisch eine klare Struktur.Größe und Form des Gartens
Wenn Sie sich bei der Anlage Ihres Gartens an historischen Vorbildern orientieren wollen, lassen Sie sich doch einfach durch einen Besuch im Freilichtmuseum inspirieren.Den besten Platz finden Für den Garten sollte ein möglichst ebener, windgeschützter und sonniger Platz (Südseite des Hauses) gewählt werden, möglichst mit Bewässerungsmöglichkeit (Regenrinne, Sickergrube oder Wasseranschluß). Wenn man vor allem Küchenkräuter anbauen möchte, empfiehlt sich eine gewisse Nähe zum Haus.Gestaltung der Wege Die passende Weggestaltung ist ein wichtiges Element der Gartengestaltung. Wege haben eine optische und eine praktische Funktion. In einen Bauerngarten passen sicher keine industriellen Bodenbeläge wie Teer, kesseldruckimprägnierte Hölzer oder Betonsteine. Grundsätzlich sollte man auf bodenversiegelnde Oberflächen verzichten, durch die das Regenwasser nicht durchdringen kann.Modell Erholungsgarten Wer sich einen Garten hauptsächlich zur Entspannung anlegen möchte, wird vor allem Praktisches und Pflegeleichtes bevorzugen: Stauden und mehrjährige Zierpflanzen. Auf den arbeitsintensiveren Gemüseanbau sollte man dann eher verzichten (die Ernte will ja auch verarbeitet werden!). Wer zur Haupterntezeit auf Urlaubsreise ist, sollte sich ebenfalls überlegen, ob es sich lohnt, seine Tomatenpflänzchen mühsam durch den Regen des Frühsommers hindurchzuretten ...Modell Versorgungsgarten Wer Zeit und Platz hat, kann versuchen, einen Teil des Gemüse-, Obst- und Kräuterbedarfs aus eigenem Anbau zu gewinnen.Modell historischer Garten 1 Welche Pflanze gehört in einen Bauerngarten und welche nicht? Das kommt darauf an. Denn mit der Entdeckung neuer Länder und dem Entstehen weltweiter Handelsverbindungen erweiterte sich auch die heimische Gartenpflanzenpalette immer wieder um fremdländische Gewächse. Kartoffel, Tagetes, Tulpe, Kapuzinerkresse und Dahlie sind Beispiele für "zugereiste" Pflanzen - und doch würde man sie in manchem Garten vermissen. Wer gartenhistorisch interessiert ist, kann für sich eine Grenze ziehen und einen Zeitpunkt festlegen (z.B. das Jahr 1900). Was es bis dahin hierzulande gab, wird angebaut - der spätere Rest muß draußen bleiben. Einige Museumsgärten verfahren nach diesem Prinzip - es hat einen gewissen Reiz, weil es motiviert, vor allem ältere Pflanzen zu kultivieren.Modell historischer Garten 2 Wer sich für die historische Entwicklung des Bauerngartens interessiert, kann diese anhand der vier Felder seines Bauerngartens dokumentieren. Dabei kann auf jedem einzelnen Feld der Pflanzenbestand einer bestimmten Zeit kultiviert werden. Auf diese Weise erhält man einen historisch und pädagogisch wertvollen Garten, in dem man auf keine neuere Bauerngartenpflanze verzichten muß. |
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