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Geschichte: Mittelalter
Nachdem der germanische König Odoaker den letzten weströmischen Kaiser 476 abgesetzt hatte, zogen sich die Römer im Jahr 488 aus dem Alpen- und Donauraum zurück. Mit diesem Rückzug ging zunächst ein starker Siedlungsrückgang einher. Gleichzeitig setzten aufgrund von Klimaverschiebungen Völkerwanderungen ein, Obwohl ein Teil der römischen Zivilisten blieb, entstand ein Vakuum.
 
Auch wenn seit der Römerzeit große Rodungen zur Bau- und Brennholzgewinnung vorgenommen wurden, war der süddeutsche Raum noch weit bis ins Mittelalter hinein zum Großteil von Wäldern bedeckt. Neues Siedlungs- und Kulturland mußte erst durch weitere Rodungen gewonnen werden.
 
Von den Klöstern ging im Mittelalter eine herausragende kulturschaffende Kraft aus. In ihren Bibliotheken und Skriptorien wurde das Wissen vergangener Jahrhunderte aufbewahrt, tradiert und gepflegt. Dazu gehörte auch ein umfangreicher Wissensbestand über Land- und Waldwirtschaft - denn viele Klöster waren Selbstversorger und ernährten sich durch das, was das Land hergab. So lebten die Zisterzienser z.B. weitab von anderen Siedlungen, rodeten die damals noch reichlich vorhandenen Wälder, machten das Land urbar und fruchtbar.
 
Was nicht in ausreichender Menge in der Natur zu finden war, wurde künstlich kultiviert. So entstanden die Klostergärten, die vom Botanikus des Klosters gepflegt wurden. Aus ihnen deckte man den Bedarf an Arzneien für das Hospital (die Klöster waren im Mittelalter eine wichtige Institution der Krankenpflege), man kultivierte Gewürze für die Küche und Zierblumen als Blumenschmuck für die Kirche.
 
Aus der Regel des Hl. Benedikt, nach der sich u.a. die Benediktinermönche richten, ergibt sich die Notwendigkeit zur Anlage eines Klostergartens:
"Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen: man soll ihnen so dienen, als wären sie wirklich Christus."
(Aus der Benediktsregel, Kapitel 36)
 
"Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgeübt werden können."
(Aus der Benediktsregel, Kapitel 66)
Zwischen den Klöstern entstand ein reger Austausch, auch über die Alpen hinweg. Mönche tauschten Präparate, Pflanzen und Samen aus und gaben ihr botanisches Wissen weiter. Fenchel und Liebstöckel, ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet, wurden im 9. Jh. von Mönchen über die Alpen gebracht. Von den Klostergärten fanden sie ihren Weg in die Gärten der Bauern. Ihre wohltuende verdauungsfördernde Wirkung wird noch heute geschätzt. Der Dill nahm einen ähnlichen Weg - in Mitteleuropa wurde er erstmals im Frühmittelalter in Klostergärten kuliviert. Im Klostergarten von St. Gallen, dem älteste Arzneipflanzengarten der Benediktiner, war (neben 15 weiteren Kräutern) für den Dill ein eigener Platz bestimmt, wie heute noch aus Aufzeichnungen ersichtlich ist. Der Klosterplan von St. Gallen (820 n. Chr.) hatte - obwohl er nie in Reinform verwirklicht wurde - damals eine wichtige Modellfunktion. Andere Klöster versuchten, seine Vorgaben nachzuahmen. Im Klosterplan ist ein Klostergarten, ein Gemüsegarten, ein Friedhof mit Obstgarten und ein Heilkräutergarten vorgesehen. Das Haus des Gärtners liegt direkt neben dem Gemüse- und Kräutergarten, der Arzneigarten liegt etwas abseits.
 
Neben dem Klosterplan von St. Gallen kommt der Landgüterverordnung Karls des Großen von 812 eine wichtige Bedeutung für die Gartenkultur zu. Sie hat ebenfalls maßgeblich zur Verbreitung bestimmter Pflanzensorten beigetragen.
Links
 Der Klosterplan von St. Gallen
Interessante Infos rund um den weltberühmten Klosterplan.
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 Hortulus - der mittelalterliche Garten
Schön gemachte Seite, die Einblicke in die Bedeutung des mittelalterlichen Gartenbaus bietet.
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 Der mittelalterliche Garten
Auszug aus dem Buch "Bauerngärten" von Doris Schulmeyer-Torres
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Literatur
    Was mein Bücherregal hergab:
  • F. Prinz: Der Völkerschmelztiegel an der Donau, aus dem Bayern wurde: Vom hl. Severin bis zum Sturz Herzog Tassilos III. In: ders., Die Geschichte Bayerns, 4. Aufl., München/Zürich 2003.
  • Ursula und Wolf-Dietmar Unterweger: Das große Buch der Bauerngärten. Vereinfachte Sonderausgabe, ohne Orts- und Jahresangabe.
 
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