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Gärten haben in der Geschichte des Menschen schon immer eine große Rolle gespielt. Folgt man der biblischen Erzählung der Schöpfung, beginnt die Geschichte des Menschen in einem Garten. Dieses Paradies ist von Anfang an bedroht - durch den Menschen selbst, der die Grenzen überschreitet, die ihm gesetzt wurden.

Ohne Zaun kein Garten - diese Weisheit steckt schon im Wort Garten selbst. Denn es kommt vom indogermanischen Wort ghortos (das Eingefaßte, Umfaßte) und vom althochdeutschen gerta (Rute, Stecken). Im althochdeutschen Wort gart steckt auch eine sprachliche Verbindung zu (um)gürten. Diese Bedeutung hat auch das gotische Wort Gairdan.
Auch der Paradiesgarten, in dem sich der Schöpfungsgeschichte zufolge die ersten Menschen befanden, hatte einen "Zaun", wenn auch nur einen verbalen: Gott hatte dem Menschen erlaubt, von allen Früchten zu essen - nur die vom Baum der Erkenntnis sollte er nicht anrühren. Bekanntlich konnten die Menschen trotzdem nicht davon lassen (Stichwort Schlange) - und Gott warf sie aus dem Paradies.
So gesehen ist ein Garten immer ein heiles Fleckchen Erde, in dem Mensch und Natur friedlich zusammenwirken: Der Garten versorgt den Menschen, während diesem ist die Aufgabe aufgetragen ist, "zu bebauen und zu bewahren" (Genesis 2,15)
Ein Bauerngarten mit seinen typischen Elementen (Staketenzaun, Wegkreuz und Buchshecke) symbolisiert für mich diesen paradiesischen Zustand: eine Grundordnung sorgt für Form und Struktur und schafft damit gleichzeitig einen bunten und vielfältigen Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen.
Wer sich entschließt, die alte Tradition der Bauerngärten fortzuführen und zu pflegen, erhält damit nicht nur ein Stück Kulturgut - er tut vielmehr auch etwas für sich selbst. Denn ein Bauerngarten ist - anders als ein steriler Rasengarten - ein Fest für die Sinne. Vielfalt und Einfachheit, Urwüchsigkeit und Ordnung ergänzen sich in ihm zu einem lebendigen Ganzen. Gestalten im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie - das ist eines der Grundprinzipien der Bauerngartenkultur. Wir können heute viel von ihr lernen.
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